Achtsam über Hürden springen.

Auf der Suche und dem Sammeln von achtsamen Momenten für die Miniblogparade #8sammeln von Susane Wagner immer wieder auf Hinternisse gestossen.

Achtsam über Hürden springen.
Photo by Matt Walsh / Unsplash

Ein Sonnenstrahl streicht mir über das Gesicht. Halb im Schlaf drehe ich mein Gesicht vollends in die Sonne und genieße dieses warme Gefühl. Nach Tagen die grau und nebelig verhangen waren wieder blauer Himmel. Und heute ist der 8. Februar und Susanne Wagner läd wieder zum achtsamen sammeln von 8 Momenten ein.

Dieser Sonnenstrahl ist der erste. Ich freue mich.

Die nächsten Momente verpasse ich (Hund morgendlich begrüßen, Zähne putzen), da ich mit meinen Gedanken schon beim Spaziergang mit der Fellnase bin. Oh man, da will ich achtsam sein und mein Geist galoppiert schon mal vorweg! Aber ich habe es gemerkt, erster Schritt zum Verändern. Außerdem ist es ja auch Achtsamkeit dies zu bemerken. Ich bewerte dies als zweiten Moment.

Morgenlicht auf dem Feld

Aber nun wirklich raus: Es ist kalt, die Sonne scheint, die Welt zart überfroren. Nach fünf Tagen wöchentlichem Üben von Achtsamkeit in der Natur, bei Wege zum Wesentlichen, sind meine Sinne auf Empfang gestellt.

Der gefrorene Weg erzählt die Geschichten der letzten Tage im Matsch verewigt.

Hundepfoten und Schuhabdrücke im gefrorenem Schlamm

Versonnen höre ich auf die vielen verschiedenen Vogelstimmen, da auf einmal ein greller lauter Ton – Sirenengeheul! Mein Hund und ich zucken zusammen. Verdammt – das stört meine Achtsamkeit! Und so laut! Meine Stirn in Falten schnaube ich vor mich hin. Dann ein Gedanke:“Du bist schon wieder in die Falle getappt. Du hast bewertet. Hör doch mal hin.“ Puh – ist das schwierig. Also gut – hören. Ich kann zwei Sirenen unterscheiden, beide räumlich etwas auseinander. Sie haben unterschiedliche Töne die auf- und abschwellen. Und plötzlich Stille – aber in meinen Ohren hallen die Töne nach. Dies ist mein dritter Moment.

Ich glaube heute sammle ich meine Hürden und wie ich sie überwinde.

Seit einer Woche plagt mich mein Rücken. Auch heute bremst er mich wieder aus. Ich bin genervt. Akzeptiere achselzuckend, dass ich mich mit dem elektrischen Wärmekissen auf die Couch legen muss. Hilft ja sonst nichts. Kann ich diesen Moment auch genießen? Mal sehen- ich merke wie die Wärme meinen Rücken entspannt und die Schmerzen weniger werden. Lange bleibe ich nicht alleine. Unsere Fellnase kann ja nicht zusehen wie ein Mensch alleine auf der Couch liegt. Schwups kommt sie zu meinen Füßen und legt ihren Kopf auf meinen Fuß. Ich spüre das Gewicht und ihre Wärme. Wie schön. Definitiv meine Momente vier und fünf.

Während ich so rumliege scheint die Sonne rein und zaubert ein wunderschönes Schattenspiel an die Wand. Da muss ich gleich ein Bild von machen. Ohne Anstrengung mein Moment sechs.

Vase mit Zweigen im Schattenspiel

Mein Lieblingsmensch ist auch angeschlagen, so dass unser Mittagessen aus dem Tiefkühler kommt. Er entscheidet sich für Kartoffeltaschen. Naja, wird wohl eine eher geschmacklose und pampige Angelegenheit werden – so jedenfalls meine Annahme. Und dann – waren sie knusprig und die Frischkäsefüllung hatte eine dezente Schärfe. Hätte ich nicht gedacht. Mein Überaschungsmoment sieben.

Am Abend wollten Freunde kommen und sagen am Nachmittag ab. Schade, ich bin enttäuscht. Aber dann wird es ein schöner Abend zu zweit eingekuschelt in Decken und einen Film geschaut. So schließt mein Samstag mit dem achten Moment.