Zur Ruhe kommen - im Kloster Teil 1: Freitag Ankunft

Ich war das erste Mal in einem Schreibretreat und im Kloster. So ruhig und angekommen habe ich mich selten gefühlt. Lust auf einen Erfahrungsbericht?

Zur Ruhe kommen - im Kloster Teil 1: Freitag Ankunft
Postkarte "Der Engel der Zeit"

Ich bin auf dem Weg ins Kloster. Mein erstes Mal. Sowohl das erste Mal im Kloster wie auch mein erstes Mal Schreibretreat zum intuitiven Schreiben von Alexandra Cortes-Guth.

Im Auto ist mein Kopf noch an der Arbeit. „Habe ich an alles gedacht? Ist alles fertig?“ Ich gehe nochmal den Tag durch und hake ab. Ja, ist alles okay.

Dann hüpfen die Gedanken schon mal nach Münsterschwarzach vorraus. „Werde ich es finden? Wie sind wohl die Anderen? Werde ich mich trauen meine Texte zu teilen? Wie wird die Atmosphäre sein?“

Oh man, an meinem inneren Konferenztisch hat der Zweifler gerade den Vorsitz. Von dem schönen Wetter und der Landschaft bekomme ich wenig mit.

Doch dann kommen Baustellen und Feierabendverkehr zusammen und ich muß langsamer werden. Gleichzeitig spielt mir die Zufallspodcastauswahl Alexandras Podcast ein. So stimmt sie mich, ohne das sie es weiß, schon mal auf das Wochenende ein. Auch die Landschaft mit ihrem frischen Grün und bunten Blüten nehme ich jetzt mehr wahr.

Die Ankunft

Natürlich bin ich zu früh da und finde auch den Eingang schnell. In meiner Vorstellung lag das Kloster außerhalb im Wald (wie komm ich da nur drauf?), aber es liegt mitten im Ort. Ein Benediktinermönch begrüßt mich mit breitem Lächeln. Sagt mir wo der Kurs stattfindet, wo ich mein Zimmer finde und das die Rezeption ab Nachmittag über das Wochehende nicht besetzt ist. Leider hat er mir nicht gesagt wie der Transponder an der Zimmertür funktioniert. Nach einigem Hin- und -Herprobieren habe ich den Dreh oder den Druck raus. Mein Zimmer geht zum Klostergästegarten hinaus und ich schaue wunderbar ins Grüne.

Im Minibad bekomme ich große Augen. Da ist das Waschbecken direkt über der Toilette.

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Dann kapiere ich, dass sich das Waschbecken zur Seite schwenken läßt. Was für eine Konstruktion!

Schwenkbares Waschbecken

Die Sonne scheint, es ist warm und ich beschließe noch eine Runde ums Kloster zu drehen. Und lande erstmal direkt in der Klosterbuchhandlung. Kann ja gar nicht anders sein. Ein Buch lacht mich bei den reduzierten Büchern an: „ Kraftquelle Grün“ das passt und muss mit.

Klosterbuchhandlung

Auf dem Weg zur Kasse fällt mir die Karte oben auf dem Bild auf. Der Engel der Zeit. Das soll für die nächsten Tage mein Credo sein.

Draußen vor der Buchhandlung fallen mir die bunt bepflanzten Kübel auf. Ich nehme mein Naturjournal heraus und male ein paar der schönen Blumen. Egal wer mir zuschaut, egal ob mein Kritiker sich räuspert. In Farben schwelgen, schauen, im Augenblick sein. Und da passiert es auf einmal. Ich bin ruhig und entspannt. Leicht, warm, zufrieden. Diesen Zustand kenne ich nur selten und dann kommt er meistens nicht so schnell. Wirkt dieser Ort?

Blumenfreude

Das Gefühl bleibt. Auch beim ersten Treffen im Kurs. Wir sind zwölf Frauen in einem ähnlichen Alter – interessant.

Alexandra hat die Mitte im Kreis mit Pflanzen, Steinen und ähnlichem schön dekoriert. Es duftet nach Zitronengras und sanfte Musik läuft. Wir schauen uns gespannt an. Schon beim ersten Schreibimpuls ist eine besondere Energie spürbar. Schnell entsteht eine Atmosphäre von Vertrauen. Wir lachen viel. Die Stunden fliegen.

Beim Abendessen schöne Gespräche.

Nach dem Ende des ersten Kurstages gehe ich noch einmal raus vor die Tür. Drinnen ist Telefonieren mit dem Handy nicht gewünscht. Die Luft ist mild und ich genieße die Ruhe.

Den Tag schließe ich auf dem Zimmer ab. Der Engel der Zeit findet Eingang in den #SamstagderkleinenDinge auf Linkedin. Ungewöhnlich früh gehe ich immer noch ruhig und zufrieden ins Bett.

Teil 2 folgt