Zur Ruhe kommen - im Kloster Teil 2: Samstag - Ein intensiver Tag
Ein intensiver, sonninger Tag mit viel Zeit in der Natur und was das für meine Kraftquellen bedeutet.
Erster Morgen
Da die Essenszeiten an die Mönche angepasst sind, heißt es früh aufstehen. Die Sonne blinzelt schon ein wenig. Bei weit geöffnetem Fenster schaue ich in den Garten und höre dem munteren Gezwitscher der Vögel zu. Welch ein passendes Ambiente für die Morgenseiten mit denen ich seit ein paar Tagen experimentiere. Ich freue mich auf den Tag und bin erstaunlich wenig aufgeregt. Auch mein inneres Team ist erstaunlich ruhig.
Beim Frühstück finden sich wieder neue Gruppierungen an den Tischen zusammen. Fast alle spüren die Kraft dieses Ortes.
Es ist noch Zeit bis zum Kursstart. Ich gehe ans Wasser. Mein Weg endet an einem Barfußpfad den ich gleich ausprobieren muss. Der Untergrund ist noch taufeucht und ein wenig kühl. Das hilft, im Augenblick zu bleiben. Anschließend sitze ich auf der Holzliege (so eine Käferrutsche für zwei auf der ich fast winzig wirke) und male die Aussicht in das Naturjournal. Was für ein friedlicher Tagesanfang!

Im Kurs wieder gespannte Energie. Ich finde es faszinierend wie aus dem gleichen Schreibimpuls so unterschiedliche Texte hervorkommen. Alle auf ihre Art berührend. Alexandra gliedert das Retreat nach Jahreszeiten und setzt die Impulse entsprechend. Alle schreiben, kein Zögern, alle teilen. Wundervoll!
Und irgendwie führen uns die Impulse auch zu unseren Themen.
Mittagspause
Das Mittagessen startet gemeinsam mit einer anderen Gruppe und wird von einem Mönch mit einem Gebet eingeleitet. Es ist nicht steif sondern sehr humorvoll. Das gefällt mir.
Wir verbringen eine so intensive Zeit miteinander und jeder ist bei sich und seinen Themen, sodaß das Bedürfnis nach Zeit für sich bei jedem da ist. Wir vebringen die Zeit bis zum Nachmittag also jeder für sich.
Ich lasse mich ein wenig treiben. Im Flur leuchtet das Sonnenlicht durch die blauen Fenster und zaubert ein schönes Bild auf den Boden.

Dann gehe ich raus spazieren. Im Faitradeladen möchte ich vorbei schauen. Auf dem Weg das Hinweisschild „Steinlabyrinth“. Das möchte ich sehen! In der Sonne mitten an einem belebten Ort finde ich Stille und mache eine besondere Erfahrung.
Darüber habe ich separat geschrieben. Wenn Sie mögen schauen Sie hier.
Nachmittag
Diesmal schickt uns Alexandra in die Natur. Wir sollen eine Frage und deren Antwort finden. Ich verstehe erstmal gar nichts, doch ich lasse mich darauf ein. Ich lande wieder am Wasser. Diesmal am Bach. Eine Ecke mit viel Totholz und frischem Leben, sowie viel Bewegung. Mein Platz – wieder ein Impuls für das Naturjournal und die Erkenntnis, dass der Platz für mich zum Krafttanken direkt um die Ecke liegen kann. Ich muss dafür nicht unbedingt an meinen Seelenort an der Ostsee reisen (obwohl hier die Wirkung stark und unmittelbar ist). Auch im Alltag lassen sich diese Kraftorte für mich finden.

Abend
Nach dem Abendessen finden all diese Impulse nochmal zusammen und gehen in eine Collage ein. Ich merke wie mir die viele Kreativität gut tut. Das Malen, Gestalten, Fotografieren und natürlich das Schreiben. Davon will ich mehr. Im Alltag wird es schwer werden, aber ich hoffe die Impulse und die Gefühle wirken noch lange nach.
Auch an diesem Abend ist jeder bei sich. Wir haben nicht das Bedürfnis nach geselligem Zusammensein. Auf meinem Abendspaziergang treffe ich nach und nach die Hälfte der Gruppe. Wir verdauen und hegen die Samen die der Tag gesät hat.
Im Bett noch ein paar Seiten in meinem neuen Grün-Buch gelesen.

Auch dieser Tag hat mir wieder einmal gezeigt, dass für mich viel Kraft in der Natur und ihren kleinen Wundern liegt.
Teil 3 folgt